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Geschichten von Volker Meinhardt

Die Konferenz

Inmitten einer wunderschönen Landschaft in der Nähe einergroßen Stadt befindet sich der Bauernhof „Schweineidyll“. Ineiner Ecke liegt eine Gruppe Schweine zusammen und grunztleise vor sich hin.Der Bauer Manfred schaut immer wieder skeptisch zu derRunde und macht sich Gedanken, was da wohl wieder los ist. Erbekommt in den letzten Wochen verstärkt den Widerstand seinerSchweine zu spüren. Häufig ist ein endloses starkes Grunzen ausden Ställen zu vernehmen.Bei der Gruppe der Schweine, die da zusammen liegt handelt essich um den Vorstand des Vereins „Schweineglück“.Die Hofschweine von Bauer Manfred haben sich zu einemVerein zusammengeschlossen.Mittlerweile sind 90 % der Hofschweine in diesem Vereinorganisiert, aber nur… Weiterlesen »Die Konferenz

Autofrust vs. Fahrlust

Der Erwerb der Fahrerlaubnis für PKW löste bei mir Stress aus.Riesige Lust am Fahren, ohne eine Aussicht auf ein Auto.Immer wieder haben wir uns im Familienrat darüber unterhalten,kamen aber stets zu dem Schluss – geht nicht.Häufige Besuche auf Automärkten waren frustrierend. Schonein gebrauchter Trabant war nicht unter 18.000,00 Mark zubekommen. Dabei grinsten einen die Verkäufer auch noch frechan.Also blieb ich bei meinem ES – Gespann. Natürlich war das füreine vierköpfige Familie zu klein. Konnten wir noch 1978 damitin den Urlaub fahren, so war schon 1979 nur noch Platz für michund Ingo. Der Seitenwagen war mit Gepäck gefüllt. 1980 dannwar Schluss… Weiterlesen »Autofrust vs. Fahrlust

Assoziationen

Es ist ein wunderschöner Sommertag im Jahr 1956. Auf einergroßen Wiese liegt sich ein Paar in den Armen. Sie sindvollkommen im Augenblick versunken. Die Vögel zwitschernihr Lied. Alles ist friedlich. Perfekte Sommerathmosphäre.Nicht weit entfernt lärmt eine Gruppe Kinder. Es ist einfröhlicher Lärm, der nicht stört. Die Frau richtet sich auf undlächelt den Kindern zu. Jetzt erkennt man, dass sie sicher baldein Kind bekommen wird. Ihr Partner streicht ihr zärtlich überden hochgewölbten Bauch.Die Kindergruppe spielt an einem kleinen Wasserlauf, der lustigüber die Steine hüpft. Ein wenig weiter münden andereWasserläufe in den Bach und machen ihn nach und nach zumFlüsschen.Es stellt sich… Weiterlesen »Assoziationen

Es war nur erst einmal ein Versuch

Im Laufe der Jahre hatte sich mein Gewicht immer weitererhöht. Das Gleiche war bei Lutz der Fall. Wir haben uns immerwieder darüber beraten und kamen zu dem Ergebnis, dass wirganz schön schwer sind. Doch was sollten wir machen? Ichglaube es war Lutz der schließlich beschloss etwas zuunternehmen.Er holte sich einen Termin bei einer Ärztin im Klinikum Berlin– Buch, die sich auf solche Kunden wie uns spezialisiert hatte.Sie hatte, so wurde gesagt, eine Methode entwickelt, uns vonunserem Übergewicht zu befreien.Lutz fuhr also hin und kam mit der Botschaft zurück, dass er insKrankenhaus zum Abnehmen geht.Der Termin lag ziemlich nah.Nach kurzer Zeit… Weiterlesen »Es war nur erst einmal ein Versuch

Die Zeitreise

2095. Ich sitze neben meinem Holographen. Vor mir baut sichdas Bild einer wunderschönen Landschaft auf. Ein riesiges,offensichtlich künstlich geschaffenes Areal. In einer Ecke desAreals stehen Segelflugzeuge, bereit zum Start. Gleich danebenerkenne ich eine Station für Heißluftballons. Mir war gar nichtbekannt, dass man einem Ballon so schöne Formen geben kann.Im Vordergrund schwebt ein Wohnhaus, gleich daneben einFernsehturm. Das Ganze wird überragt von einer mit demFinger drohenden Figur. Offensichtlich ein Mann. DunklerMischwald wird unterbrochen von idyllischen Seen, an denenKinder spielen. Ihre Mütter sitzen am Ufer in Grüppchen mitanderen zusammen und unterhalten sich. Es wird viel gelacht.Ganz am Ende des Areals steigt ein… Weiterlesen »Die Zeitreise

Die schreckliche erste Nacht

Wir schreiben Montag den 15.Januar 1973. Heute ist mein ersterArbeitstag in der UHA Oranienburg. Unser ABV hat vieleGespräche mit mir geführt, bis ich schließlich einverstandenwar. Die Woche begann wie schon so oft in diesem Winter. DieTemperaturen lagen jetzt, um 17.30 Uhr, bei minus 12 °C. ZumAbend fing es an zu schneien und ein Sturm begann.Das Wetter war mehr dazu geeignet im Bett zu liegen und unterder Decke zu kuscheln. Aber nein, Volker musste zumNachtdienst. Das erste Mal eintauchen in diese fremde Welt.Meine Nacht verbringen mit Verbrechern und Ganoven. Ich wargespannt.Pünktlich um 18.30 Uhr stand ich vor dem Knast. Ein düstererBau… Weiterlesen »Die schreckliche erste Nacht

Die Reportage

In der großen Obstplantage des Imkers Paul Süß stehen 15Magazinbeuten. Sie ist umgeben von einer bunten Blumenwiese.Ein intensives Summen liegt in der Luft. Die Obstbäume stehenin voller Blüte. Steht man unter einem der Bäume versteht mansein eigenes Summen nicht mehr so laut sind die Bienen in denBäumen. Es ist ein ständiges Kommen und Gehen.Ich sitze auf dem Ast eines Apfelbaumes am Rande derPlantage. Er steht auf einer kleinen Anhöhe und so habe icheinen guten Überblick.Ich bin Amanda. Meine Arbeitsstelle sind die „HonighausenerNeuesten Nachrichten“. Meine Chefin Klara Zuckersüß hatmir den Auftrag erteilt, eine Reportage über die Imkerei„Honigparadies“ zu schreiben. Diese Imkerei… Weiterlesen »Die Reportage

Wer bin ich und woher komme ich

In all meinen Unterlagen steht zu lesen, dass ich unbestrittenmännlichen Geschlechts bin. Mittlerweile habe ich das Alter von67 Jahren erreicht. 47 Jahre davon hat mir meine Frau Christinegeholfen. Vor 45 Jahren wagte ich den Schritt zum Standesamtund beantwortete die Frage der Standesbeamtin mit einemstottrigen „Ja“. Mein erstes Kind verfolgte die Zeremonie,versteckt hinter dem Brautstrauss, mit Interesse. Ende Oktoberkam es dann, ebenfalls unbestritten männlich, als Ingo zur Welt.Zu der Zeit war ich vornehmlich damit beschäftigt, in wildenVerkleidungen, über Stock und Stein durch dieunterschiedlichsten Geländeformen zu laufen. Ich war bei derArmee, natürlich für drei Jahre, wie sich das gehört. Es kam fürmich… Weiterlesen »Wer bin ich und woher komme ich

Kartoffeln stoppeln

So, wir haben die ersten 6 Wochen des neuen Schuljahresgeschafft. War eigentlich recht interessant. Doch was jetztkommt wird sicher viel interessanter.Am Montag fahren wir für eine Woche zum Kartoffeln stoppeln.Komischer Ausdruck! Nun mal sehen was die Erwachsenensich da Komisches ausgedacht haben. Bisher habe ich mireingebildet, dass man Kartoffeln nur essen kann. Dass man sieauch stoppeln kann wusste ich gar nicht. – Verstehe einer dieErwachsenen! –Am Montag treffen wir uns alle vor der Schule. 07.00 Uhr, inden Ferien, das ist der erste Minuspunkt.Mit einer Verspätung von 20 Minuten faucht und klappert einLKW heran und hält genau vor uns. Aus dem Fahrerhaus… Weiterlesen »Kartoffeln stoppeln

Ich hatte einen Traum

Ich liege im Bett und versuche nicht wach zu werden.Langsam, ganz langsam werde ich trotzdem wach.Nein, ich will aber noch nicht!Gerade noch habe ich geträumt. Es war einwunderschöner Traum. Ich will ihn festhalten. Dochganz langsam versinkt er. Es ist gerade so, als ob einFilm abläuft und immer häufiger Bildstörungenauftreten. Schließlich blitzt es nur noch. Ganz spontansind Bilder zu erkennen von Kindern, Frauen. DasMeer sehe ich, im nächsten Augenblick die Berge. Dasmuss ich unbedingt noch einmal träumen.Ich stelle erstaunt fest, dass ich wach bin. Wie kommtdenn das? Wollte ich doch noch gar nicht. Also schnelleinmal einschlafen und weiterträumen.Mensch einschlafen! Nun mach… Weiterlesen »Ich hatte einen Traum